Das Corona-Jahr in Zahlen

Dieses Jahr hat unsere Gesellschaft verändert. Fast alle Bereiche des Lebens sind betroffen – im negativen wie im positiven Sinn. Wir haben für Sie einige überraschende Zahlen aus dem Jahr 2020 zusammengestellt. 

40 % der Deutschen glauben, dass Corona die Gesellschaft näher zusammen­gebracht hat

In der Coronakrise haben sich nicht nur Schwächen, sondern auch viele Stärken unserer Gesellschaft offenbart. Das solidarische Engagement für ältere und chronisch kranke Mitbürger ist gewachsen, es wurden Einkaufsdienste organisiert und Familien schlossen sich zu Betreuungs­gemeinschaften zusammen.

Aus Sicht vieler Deutscher überwiegen diese positiven Veränderungen durch die Krise. 40 Prozent der Befragten glauben, dass Corona die Gesellschaft näher zusammen­gebracht hat. 22 Prozent empfinden hingegen, dass die Krise die Bürger Deutschlands eher voneinander entfernt habe. Weitere 22 Prozent sind der Meinung, Covid-19 habe keinen Einfluss auf unser gesellschaftliches Zusammenleben gehabt. Quelle: Statista

50 % sehen in der Krise eine Chance auf ein besseres und bewussteres Leben

Ob die Veränderungen durch Corona auch lang­fristig positive Effekte haben, werden wir erst nach Jahren sehen. Viele Menschen glauben durch­aus an gesell­schaftliche Ver­besserungen durch die Pandemie. Das ergab eine Umfrage im Nach­bar­land Österreich. 50 Prozent der Befragten gaben an, dass aus ihrer Sicht in der Krisen­situation auch eine Chance auf ein besseres und bewussteres Leben nach der Krise steckt. Quelle: Statista

76 % der Millennials und 74 % der Generation Z hat die Pandemie empfindsamer für die Bedürfnisse der Menschen auf der ganzen Welt gemacht

Es sind vor allem die jungen Generationen, die Lösungen für die Auswirkungen der Krise auf die Gesellschaft finden müssen. Doch auch den Alltag und das Erleben dieser Generationen hat Corona beeinflusst. 76 Prozent der Millennials erklärten, dass die Pandemie für sie neue Themen hervor­gehoben und sie empfindsamer für die Bedürfnisse der Menschen auf der ganzen Welt gemacht habe. Dieser Meinung waren auch 74 Prozent der noch jüngeren Generation Z. Außerdem sagten 76 Prozent der Millennials und 75 Prozent der Generation Z, dass die Pandemie sie dazu inspiriert habe, positive Maßnahmen zu ergreifen, um ihr eigenes Leben zu verbessern. Quelle: Statista

Für 52 % der Schüler läuft das Homeschooling gut oder sehr gut

Corona hat das gesamte Schulwesen in Deutschland vor neue Herausforderungen gestellt. Viele Monate fand Schule ausschließlich von zu Hause statt, Lehrmethoden und Unterrichtspläne mussten geändert und die Schüler mit neuer mobiler Ausstattung versorgt werden. Erfreulich ist, dass viele Schüler mit dieser neuen Lernsituation offenbar sehr gut zurechtkommen.

Insgesamt 16 Prozent der befragten Jugendlichen gaben an, dass der Schulunterricht zu Hause während der Schulschließungen als Folge der Corona-Pandemie sehr gut (Schulnote Eins) geklappt habe. Weitere 36 Prozent beurteilten dies mit einer Note Zwei. Wirklich schlecht lief das Homeschooling nur aus Sicht weniger Schüler: Fünf Prozent vergaben die Schulnote Fünf und nur ein Prozent die Note Sechs. Quelle: Statista

51 % der Deutschen verzichten 2020 auf eine Urlaubsreise

An Urlaub ist für mehr als die Hälfte der befragten deutschen Bürger nicht zu denken in diesem Jahr. Sie machen keine Pläne mehr oder haben ihre Urlaube gecancelt. Immerhin noch 35 Prozent können sich einen Urlaub innerhalb Deutschlands vorstellen. Noch 17 Prozent verschlägt es vielleicht ins europäische Ausland. Eine Fernreise kommt für lediglich zwei Prozent der Befragten infrage. Die Deutschen verbuchen sonst jährlich etwa 70 Millionen Urlaubsreisen von mindestens fünf Tagen.

Grund für die mangelnde Urlaubsplanung sind zum einen die Sorge, wegen Beschränkungen den Urlaub nicht genießen zu können, die Sorge, sich im Urlaub anzustecken oder auch die Befürchtung, in Quarantäne zu müssen während des Urlaubs oder nach Rückkehr. Quelle: Statista / Austrian Tourism

68 % der Start-ups sagen, dass sich ihre Situation durch die Pandemie verschlechtert hat

Im zweiten Quartal 2020 sind 593 Start-ups aus der Taufe gehoben worden. Überraschenderweise sind das elf mehr als im Vergleichsquartal 2019. Nun waren die Gründungen zum Großteil sicher lange vor der Pandemie geplant. Die Frage ist eher, wer sich trotz der neuen Herausforderungen halten kann. Man sollte meinen, IT- und Internetstart-ups seien weniger von der Pandemie bedroht oder könnten sogar von den neuen Herausforderungen profitieren. Dennoch sagen 68 Prozent dieser Unternehmen, dass sich ihre Situation verschlechtert hat. 48 Prozent gehen sogar so weit zu sagen, ihre Existenz sei bedroht. Quelle: Statista

75 % der Angestellten im Homeoffice fehlt der Kontakt zu Kollegen

Wie es aussieht, ist das Arbeiten im Homeoffice weder wesentlich produktiver noch wesentlich unproduktiver als im Büro. Mehr als 80 Prozent der Befragten einer Studie gaben an, dass die Arbeit daheim genauso gut erledigt werden kann. Nur 41,3 Prozent sind der Meinung, dass sie im Homeoffice nicht produktiver sind. Sicher liegt das auch an sehr individuellen Umständen, zum Beispiel der Betreuungssituation daheim. Aber bei einem sind sich die meisten einig. 75 Prozent gaben an, dass ihnen der Kontakt zu den Kollegen fehlt. Auch wenn die Aussichten gut sind, dass mehr mobiles Arbeiten auch nach der Pandemie möglich sein wird, werden wohl die lieben Kollegen dafür sorgen, dass wir uns nach wie vor im Büro blicken lassen wollen. Quelle: Statista

28 Milliarden Euro Verluste für die Kultur- und Kreativwirtschaft

Die Pandemie hat die Kultur besonders hart getroffen. Laut einer Prognose der Bundesregierung könnte die deutsche Kulturwirtschaft 2020 im schlimmsten Fall Verluste von 28 Milliarden Euro machen. Im mildesten Szenario ist die Rede von 9,5 Milliarden, die den Kulturschaffenden durch die Lappen gehen. Mehr als 60 Prozent der Selbstständigen und Kleinstunternehmen der Kulturwirtschaft rechnen mit bis zu 30 Prozent Ausfall ihres Jahresumsatzes. Etwa 46 Prozent rechnen sogar mit dem Ausfall von bis zu 50 Prozent. Quelle: Kompetenz­zentrum Kultur- und Kreativ­wirtschaft des Bundes

95.400 Menschen direkt vom Ausfall der Olympischen Spiele 2020 betroffen

11.000 olympische und 4.400 paralympische Athletinnen und Athleten können in diesem Jahr nicht zeigen, wofür sie so hart trainiert haben. Darüber hinaus entfällt die Aufgabe für die 80.000 unbezahlten Helfer der Spiele. Nicht zu vergessen die unzähligen weiteren betroffenen Personen, die sich auf die Gäste aus aller Welt vorbereitet haben, ob im Gastgewerbe oder der Gastronomie. Und zu guter Letzt die rund vier Milliarden Zuschauer, die nun mit Netflix und Co. vorliebnehmen müssen. Quelle: Statista


Video zum Thema: Was die Krise mit uns macht

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Foto zu einem Kommentar von Christoph Seeger

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